Bhutan

Das Land des Donnerdrachen

Profitieren Sie von unserem Insider-Wissen!

• 20 Jahre Bhutan-Erfahrung.
• Unschlagbare Ortskenntnis.
• Liebevoll konzipierte Bhutan-Rundreisen.
• Hotels & Restaurants persönlich getestet.
• Persönliche Kontakte & Partner vor Ort.
• 1.001 wertvolle Geheimtipps.
• Mit uns reisen Sie sicher!
Manuel A. Rose
Ihr Ansprechpartner

Manuel A. Rose

08022 - 66 250

Landeskundlicher Hintergrund zum Reiseland Bhutan

Das ganz und gar einzigartige Bhutan liegt zwischen Indien und Tibet, umrahmt von den schneebedeckten Gipfeln des Himalaya im Norden und subtropischen Regenwäldern im Süden.

Schroffe Gebirgsformationen mit wild-romantischen Wasserfällen und Pässe mit Abertausenden bunter Gebetsfähnchen stehen hier in lebhaftem Kontrast zu sonnigen Tälern, sanften Flussläufen und üppigen Wäldern.

Pittoreske Akzente setzen zahlreiche herrschaftliche Klöster, die noch heute Zentrum des religiösen und weltlichen Lebens des buddhistischen Ministaates sind. Stille, Anmut und eine friedvolle Klarheit bestimmen die Szenerie.

„In der Ruhe liegt die Kraft“: Unter diesem Motto könnte man die heitere Gelassenheit zusammenfassen, die den Reisenden im Land des Donnerdrachens umfängt. Der bezwingende Charme gelebten Brauchtums geht hier eine perfekte Symbiose mit landschaftlicher Schönheit und einer durch und durch positiven Lebenseinstellung ein.

Dank des streng reglementierten Fremdenverkehrs hat sich dieses Kleinod am Fuße des Himalaya seinen ursprünglichen Charme bewahrt. Jahrtausende alte Traditionen bestimmen hier noch den Alltag und das Wertesystem, ebenso archaisch ist die Aura dieses Shangri-La fernab der touristischen Trampelpfade.

Kurz, dieses malerische Land bietet viel Raum, um Körper und Seele aufatmen zu lassen. Dazu tragen auch das gemäßigte Reizklima, die überaus bekömmliche Küche und der allgegenwärtige meditative Spirit bei. Unser Tipp: Vergessen Sie alles was Sie bisher kennen und reisen Sie in diesen berückenden Mikrokosmos jenseits von Hektik, Lärm und Gedränge.

Völlig entspannt zurücklehnen und genießen ist übrigens ausdrücklich erwünscht: Denn egal ob Sie privat unterwegs sind oder eine Gruppenreise gebucht haben, Sie reisen in Bhutan immer "all inclusive". Allein reisen geht nicht – eine Vorsichtsmaßnahme der Regierung. Touristen werden ausnahmslos von einem privaten Guide mit Auto sowie einem Fahrer geführt. Sie müssen sich praktisch um nichts kümmern und haben durch dieses Duo immer direkten Zugang zu Land und Leuten.

Facts & Figures zum Reiseland Bhutan

Bhutan ist mit einer Fläche von 46.500 Quadratkilometern nur etwas größer als die Schweiz und zählt zu den 15 ärmsten Ländern der Welt.

Der Binnenstaat liegt an den Südhängen des Himalaya und umfasst im Norden hochalpine Regionen mit dem 7554 m hohen Kula Kangri als höchsten Gipfel, aber auch Tiefebenen auf Meeresspiegelhöhe im Süden.

Das Land grenzt an die indischen Provinzen Sikkim, West-Bengalen, Assam und Arunachal Pradesh sowie an das chinesische Tibet. Die Bevölkerungszahl liegt bei etwa 740.000, davon 70% Buddhisten und 25% Hindus.

Die ursprüngliche Bevölkerung Bhutans besteht aus elf ethnischen Gruppen mit jeweils eigener Sprache.

Das Land hat so gut wie keine verarbeitende Industrie. Neben Tourismus und Landwirtschaft spielen der Export von Strom, Holz und Bodenschätzen wie Kupfer und Mangan wirtschaftlich eine Rolle.

Bhutan ist eines der wenigen asiatischen Länder, das nie kolonialisiert oder annektiert wurde. Die Lage des armeelosen „David“ Bhutan zwischen den zwei „Goliaths“ Indien und China weckt immer wieder Begehrlichkeiten, die bisher erfolgreich und weitestgehend friedlich abgewendet wurden.

Geschichte Bhutans

Die Südhänge des Himalaya waren bereits 2.000 vor Christus besiedelt, die Flusstäler boten Einzugsgebiete für Nomaden und die Pässe Übergänge aus dem Norden.

Die eigentliche Geschichte der Region aber beginnt erst mit dem Buddhismus: Als der König von Bumthang 746 von einem Dämon befallen wurde, sandte man nach einem tantrischen Exorzisten – den großen Meister Padmasambhava – in Bhutan besser bekannt als Guru Rinpoche.

Mit seiner Hilfe wurde der König vom Dämon befreit und als Dank konvertierte der König zum Buddhismus. Das brachte zusammen mit einer sehr unruhigen Epoche in Tibet, während der viele Tibeter in das heutige Bhutan flohen, den Buddhismus auf den Vormarsch.

Vom 12.-16. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Bhutans ein Missionsgebiet für diverse Schulen des tantrischen Buddhismus, jedoch keine politische Einheit.

Die Einigung Bhutans wurde durch den Tibeter Ngawang Namgyel eingeleitet. Der ursprüngliche Abt aus Südtibet floh 1616 nach Westbhutan, wo er als Shabdrung, als anerkannter religiöser Führer mit Simtokha sein erstes Dzong errichtete.

Nach einigen Kämpfen wurde seine Herrschaft über Bhutan 1639 schließlich auch von Tibet anerkannt. Das Konzept der Dzongs – befestigte Klosteranlagen, die auch administrative Aufgaben erfüllen – wurde konsequent im ganzen Land zur Verteidigung und Identitätsbildung des Landes ausgebaut.

Der Shabdrung veranlasste auch den Zusammenschluss aller Mönche in der „sangha“ unter einem obersten Abt, dem „Je Khenpo“, vergleichbar mit dem Dalai Lama der Gelugpas.

Um dem Land eine kulturelle Identität zu geben wurden ein bhutanischer Kodex für den Kagyu (buddhistischer Canon) entwickelt, eine Nationaltracht und die Tshechu-Feste eingeführt und ein rechtliche Richtlinien geschaffen, die die Beziehung zwischen Klöstern und dem Bauernvolk regelte.

Kurz nach dem Tod des Shabdrung in 1651 wurden auch Zentral- und Ostbhutan militärisch erobert und das geeinte Land erhielt damit die Gestalt des heutigen Bhutans.

Den Namen brachten allerdings erst britische Reisende im 18. Jahrhundert in Umlauf. Ob sich das Wort „Bhutan“ auf die Bergbauern, die bhotias, bezieht, oder übersetzt „das Ende Tibets“, von Bhot für „Tibet“ und anta „das Ende“ ableitet, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Die Bhutaner nennen ihr Land schon seit dem 13. Jahrhundert Druk-Yul, das „Land des friedlichen Donnerdrachens“ und sich selbst bezeichnen sie als Druk-Pa, „das Volk des Drachens.“

Das von Ngawang Namgyal initiierte duale Verwaltungssystem mit Penlops als administrative Provinzverwalter und einem Desi als Haupt einer theokratischen Regierung, hielt sich bis zur Einführung der Monarchie im Jahre 1907.

Unstimmigkeiten über die Zugehörigkeit der Duars – die fruchtbaren Ebenen zwischen dem Brahmaputra und den ersten Höhenzügen im Süden Bhutans – brachte das Land dann in Konflikt mit den britischen Kolonialherren in Indien.

Nach heftigen Kämpfen musste Bhutan die Duars an Indien abtreten und verlor wertvolles Farmland sowie einige Ortschaften und damit einen Grossteil seines Reichtums. Im Herzen Bhutans ging jedoch das Machtgerangel weiter.

Der Penlop von Trongsa, Jigme Namgyal, schaltete schließlich seinen Rivalen in Paro aus und setzte seinen Sohn, Ugyen Wangchuck, als Paro Penlop ein. Nach dem Tod des Vaters assistierte der Sohn den Briten bei ihrer Invasion Tibets, erweiterte seine Machtbasis und wurde 1907 von einem Gremium aus Stammesführern und Lamas einstimmig zum 1. Druk Gyalpo – Drachen-König – gekrönt.

Die guten Beziehungen des Königs zu den Briten führten 1910 zum Vertrag von Punakha, in welchem sich England zur Nichteinmischung in interne Angelegenheiten Bhutans verpflichtete und dafür außenpolitisch Einfluss geltend machte. Ein Anspruch, der nach der Unabhängigkeit Indiens an Delhi überging.

Die Erbmonarchie wurde nach dem Tod Ugyen Wangchucks 1926 von seinem Sohn Jigme und danach 1952 durch dessen Sohn Jigme Dorji fortgesetzt. Die Einverleibung Tibets als chinesische Provinz führte Bhutan drastisch vor Augen, dass eine isolationistische Politik keinen Platz in der modernen Welt hat, daher leitete man 1961 die graduelle Öffnung des Landes.

Bhutan trat der Post-Union und 2 Jahre danach der UN bei, nahm diplomatische Beziehungen zu Indien auf, schuf eine Nationalversammlung und etablierte ein Gesetzsystem, ein oberstes Gericht sowie eine Armee und einen Polizeiapparat.

Als 1972 Jigme Dorji Wangchuck 44-jährig verstarb, trat sein 16-jähriger Sohn Jigme Singye das Erbe an. In England und Indien erzogen legte dieser großen Wert auf Ökologie und die Pflege bhutanischer Kultur und Tradition. Seine weitsichtige Politik stellte die Weichen für die bemerkenswert behutsame und nachhaltige Modernisierung, die das Land heute kennzeichnet.

Politik

Noch bis 2008 war Bhutan das einzige Land der Welt mit buddhistischer Staatsreligion. Inzwischen hat Bhutan als konstitutionelle Monarchie im Stil von Großbritannien den Schritt in die parlamentarische Demokratie vollzogen.

In der neuen Verfassung ist – auch aufgrund der Erfahrungen in Nachbarstaaten - ein Zweiparteiensystem festgeschrieben. D.h. es können unbegrenzt viele Parteien kandidieren, aber nur die beiden stärksten Parteien aus den Vorwahlen können an den tatsächlichen Parlamentswahlen teilnehmen.

Der damalige König von Bhutan, Jigme Singye Wangchuck, war die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung. Er hatte seinen Verfassungsentwurf mit allen wesentlichen Institutionen Bhutans bzw. der bhutanischen Bevölkerung diskutiert und schließlich verabschiedet. Ein erstaunlicher Akt, vor allem weil der König damit vom Parlament mit 2/3-Mehrheit zum Rücktritt gezwungen werden kann und mit 65 Jahren in Pension gehen muss. Diese Regelung ist bisher einmalig in der Welt!

Derselbe 4. König von Bhutan hatte frühzeitig bekanntgegeben, bis 2008 abzudanken. Dennoch kam es für das gesamte Königreich und seine Menschen unerwartet, als der König, gerade 51 Jahre alt, am 14.12.2006 seinem ältesten Sohn die Königswürde übertrug. De facto trat S.M. Jigme Khesar Namgyel Wangchuck im Dezember 2006 mit 26 Jahren sein Amt als 5. Drachenkönig (Druk Gyalpo) von Bhutan an. Erst im November 2009 fand jedoch die offizielle Krönung anlässlich de 100. Jubiläums der Wangchuck-Dynastie statt.

Obwohl der König seither hauptsächlich repräsentative Funktionen hat, genießt er informell ein hohes Maß an Mitspracherecht und den totalen Rückhalt durch die Bevölkerung, die ihn wie einen Gott verehrt. Weltweite Berühmtheit erlangte das Königshaus, als der 4. König in den Achtziger Jahren die „Gross National Happiness“ (Bruttonationalglück) als wichtiger einstufte als das Bruttoinlandsprodukt und damit das spirituelle Glück des Einzelnen über den materiellem Erfolg des Landes stellte.

Das bhutanische Konzept lehnt die Vorstellung ab, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen materiellem Wohlstand und persönlichem Glück gibt. Konstituierend für das Glück seien vielmehr das buddhistische Wertesystem und die damit verbundene Identität des Landes, die deshalb Grundlage allen politischen Handelns sein müsse. Seither wird das Brutto-Glücks-Produkt mit Hilfe empirischer Erhebungsverfahren von einer eigens geschaffenen Regierungsstelle laufend gemessen und in Zusammenarbeit mit allen Ministerien optimiert.

Der Erfolg, den der König und die bhutanische Regierung bei der Entwicklung dieses nur 700.000 Einwohner zählenden Mini-Staates und den diplomatischen Beziehungen haben, zeigen, wieviel Potenzial dieser Ansatz hat. Dazu gehört u.a. auch der Umweltschutz, insbesondere der Erhalt der Himalaja-Wälder, der auch international große Anerkennung findet.

Religion & Kultur

Die Kultur und Lebensweise der Bhutaner ist ganz vom tibetischen Mahajana-Buddhismus geprägt, besser bekannt als lamaistischen und tantrischen Buddhismus.

Die hauptsächlich in Bhutan praktizierte Schule des Mahajana-Buddhismus, die Kargyü-Druk-Pa-Schule, ist quasi die offizielle Kirche des Landes und stellt das religiöse Oberhaupt, seine Heiligkeit, den "Je Kempo". In jeder der 20 Provinzen Bhutans wird der Hauptort von einer ehrfurchtgebietenden Klosterburg (Dzong) dominiert.

Hier arbeiten die religiöse und die weltliche Macht wie eh und je unter einem Dach zusammen: der Gouverneur (Dzongda) der Provinz mit seiner Verwaltung sowie ein hoher Abt mit vielen Mönchen.

Sichtbares Zeichen der alles beherrschenden bhutanischen Religiosität sind die unzähligen Choerten, Mani-Mauern und nicht zuletzt die Gebetsfahnen, die allerorts im Wind flattern. Sie werden von den Gläubigen auf Anraten der Mönche bei Geburten, Todesfällen und anderen, die Familie betreffenden, Anlässen jeder Art gestiftet.

Ebenso sind Tempel und Klöster allgegenwärtig. Sogar die Architektur weltlicher Bauten ist bestimmt von der Religion: alle Bauelemente, Proportionen, Farben etc. sind religiös motiviert. Sie haben dafür zu sorgen, dass die guten Geister leichten Zutritt in die Gebäude haben, während die bösen Dämonen ferngehalten werden.

Kultureller Höhepunkt des buddhistischen Lebens sind die bilderstürmenden religiösen Festivals. Auch das bhutanische Wappentier, der Donnerdrache, ist ein religiöses Symbol. Das aufgerissene Maul steht für die Standhaftigkeit der buddhistischen Schutzgottheiten und sein Gebrüll für die alles durchdringende Wahrheit des Buddha.

Die Bhutaner selbst sind sehr stolz auf ihre Heimat. Sie setzen sich mit rührender Hingabe persönlich dafür ein, ihr Land von seiner schönsten Seite erlebbar zu machen. Allerdings erwarten sie Respekt vor ihrem Glauben und allem, was damit verbunden ist.

Dasselbe gilt für die Verehrung ihres geliebten Königs, ihre Tänze und ihre Musik, die für uns oft gewöhnungsbedürftig sind.

Flora & Fauna

Bhutan hat eine unglaublich artenreiche Flora und Fauna. De facto gehört es zu den Ländern mit der höchsten Artenvielfalt und Schutzgebietdichte der Welt. Ca. 30 % des Landes sind Nationalparks und weitere 10 % sind biologische Korridore, die diese Nationalparks verbinden.

Noch heute verfügt Bhutan über 5.500 verschiedene Gefäßpflanzen, 770 „Avifauna“-Spezies und mehr als 165 Säugetierarten, davon viele endemisch. Früher nannten Botaniker das Land auch „Southern valley of medical plans“.

In den niedrigeren Lagen findet man Pinien, Zypressen, Rhododendren und Eichen, während man in höheren Lagen Wacholder, Kiefer und Himalaja-Zedern antrifft. Selbst auf den hohen Bergpässen in 5000 m Höhe gedeihen winzige Alpenblumen und bis 4000 m Höhe sind die Wiesen im Herbst mit unzähligen Blumen wie z.B. Edelweiß, Enzian und Astern übersät, während im Frühjahr Rhododendren, Magnolien, Orchideen und Primeln blühen. In den Wintermonaten sieht man in den wärmeren Tälern von Punakha und Ranjung außerdem ganze Felder rot leuchtender Weihnachtssterne.

Große Farne wachsen in den subtropischeren Regionen, verschiedenste Arten von Moosen hängen von den Bäumen und riesige Bambusstauden wachsen in den Himmel. In den Sommermonaten blühen hier verschieden farbige Arten von Mohn und ganz besonders schön ist der Blaue Mohn – Blue Poppy genannt - der auch die Nationalblume Bhutans ist. In den Regionen um Lingshi , Laya und Lunana wachsen hochwirksame Arzneipflanzen u.a. auch der berühmte Cordyceps.

Die Tierwelt ist ebenso faszinierend. In der noch weitgehend unberührten Natur Bhutans finden sich allein um die 580 verschiedene Vogelarten. Diese beträchtliche biologische Vielfalt beruht zum Teil auf den großen Klima- und Höhenunterschieden, die von 200 m an der Südgrenze bis 7000 m im Norden reicht.

Außerdem ist in Bhutan, anders als in vielen anderen Himalaja-Ländern der ursprüngliche Waldbestand noch intakt, d.h. 60 % des Landes sind noch mit Wald bedeckt. Hier kann man Schwarzhalskraniche ebenso beobachten wie Nashornvögel, Adler und andere Raubvögel.

Zudem hat das Land auch exotische Säugetiere wie Tiger und Schneeleoparden zu bieten – dank zahlreicher Projekte zum Schutz dieser seltenen Raubkatzen. In einigen Tälern in den höheren Bergregionen findet man außerdem noch wildlebende Takins, Blauschafe und Fasane sowie diverse Affenarten, darunter wie Grau- und Goldlanguren, aber auch Makaken.

Cordyceps – natürliches Doping aus Bhutan

Auf den fruchtbaren Hochebenen des Himalaya, zwischen 3000 und 5000 Metern wächst ein Pilz, der schon seit Urzeiten als lebensspendende Tonikum heiß begehrt ist, weil er eben das Qi fördert: Der chinesische Raupenpilz oder auch Cordyceps Sinensis.

Bhutan profitiert sehr von dem seit Jahrtausenden ungebrochenen Hype um diesen geheimnisvollen Pilz. Cordyceps ist de facto einer der stärksten Heilpilze der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sportler erhöhen mit Cordyceps ihre Leistungsfähigkeit. Menschen mit Abwehrschwäche stärken mit Cordyceps ihr Immunsystem, und jene mit Autoimmunerkrankungen drosseln es mit Hilfe des regulierenden Heilpilzes. Ebenso wirkt der Cordyceps Bluthochdruck und Cholesterinproblemen entgegen. Seine Spezialität ist jedoch die Potenz- und Libidosteigerung. Schon im Altertum kostete ein Gramm des seltenen Pilzes vier Mal so viel wie ein Gramm Silber. Heute werden bis zu 2000 Euro für ein Kilo wilden Cordyceps bezahlt.

Bei den Chinesen heißt der Cordyceps Dong Chong Xia Cao, was so viel wie Winterraupe-Sommergras bedeutet. Diese seltsame Bezeichnung hat ihren Ursprung in der besonderen Lebensweise des Pilzes. Der Cordyceps Pilz braucht nämlich eine Raupe, um selbst überleben zu können. Bereits als unsichtbare Pilzspore befällt er die in der Erde lebende Raupe eines bestimmten Nachtfalters und verzehrt sie schließlich im Laufe der Wintermonate von innen (daher „Winterraupe“).

Der Cordyceps Pilz ist also ein Parasit. Von der Raupe bleibt schließlich nur noch die mumifizierte Hülle übrig. Innen ist sie am Ende völlig mit den Pilzfäden des Cordyceps ausgefüllt. Während der Sommermonate wächst aus der Hinterseite des ehemaligen Raupenkopfes der Fruchtkörper des Pilzes auf die Erde hinaus.

Dieser erinnert eher an ein Gras als an einen Pilz. Er ist nämlich sehr schmal, fingerförmig und ohne Hut. Daher wird er auch Sommergras genannt. Wer zur richtigen Zeit in Bhutan ist kann die Bhutaner bei der Ernte beobachten. Der Pilz ist ansonsten auch in Deutschland und im Internet allerorts erhältlich. Einziges Problem: Leider teuer...